Cerstin Richter-Kotowski ist die neue Bezirksbürgermeisterin in Steglitz-Zehlendorf

Cerstin Richter-Kotowski ist die neue Bezirksbürgermeisterin in Steglitz-Zehlendorf. Archiv-Foto: Gogol

Cerstin Richter-Kotowski (CDU) ist die neue Bezirksbürgermeisterin in Steglitz-Zehlendorf. Ihre Wahl verlief wie geplant. Gleich im ersten Wahlgang wurde sie von den Bezirksverordneten gewählt. Für Aufregung und Streit sorgte hingegen die Kandidatur von Dr. Franziska Drohsel als Stadträtin.

Die bisherige Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Richter-Kotowski, bekam 35 Ja-Stimmen. Damit löst sie den bisherigen Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) nach 10 Jahren Amtszeit ab. Sie ist die erste weibliche Bürgermeisterin in Steglitz-Zehlendorf und übernimmt die Ressorts Personal, Finanzen und Stadtentwicklung. Zu ihrem Stellvertreter wurde Michael Karnetzki (SPD) gewählt. Er bleibt Stadtrat und wird das Ressort Frauengleichstellung übernehmen.

Nach der Wahl der Bezirksbürgermeisterin sah es so aus, als würde auch die Wahl des Bezirksamts schnell vonstattengehen. Mit 42 Ja-Stimmen wurde auch die Kandidatin der Grünen, Maren Schellenberg, gleich im ersten Wahlgang zur Stadträtin gewählt. Sie übernimmt die Bereiche Umwelt- und Naturschutz, das Grünflächenamt und das Facilitymanagement. Frank Mückisch (CDU) bleibt weiter im Amt. Er behält den Bereich Soziales und übernimmt die Leitung des Schulamts. Für Diskussionen sorgte dann aber die Stadtratskandidatin der SPD Franziska Drohsel, die den Bereich Jugend, Gesundheit und Integration verantworten sollte.

Weil sie vor zehn Jahren der als linksextremistisch eingestuften Organisation „Rote Hilfe“ angehörte, wurde die Kandidatur der 36-Jährigen bereits im Vorfeld stark kritisiert worden. Der CDU-Fraktionschef Torsten Hippe riet in seiner Rede dringlich davon ab, für Drohsel zu stimmen.

Mit 25 Ja- und 30 Nein-Stimmen konnte sie SPD-Kandidatin die Wahl zur Stadträtin im ersten Wahlgang nicht für sich gewinnen. Danach wurde die Sitzung für fast eineinhalb Stunden unterbrochen. Anschließend beantragte die SPD eine Vertagung. Nun bleibt eine Stadtratstelle zunächst unbesetzt.

In einer Pressemitteilung vom 9. November kritisiert die SPD vor allem die CDU für die Verweigerung der Stimmen. „Das Verhalten vor allem der größten Fraktion der CDU zeigt, dass sie zu konstruktiver politischer Arbeit im Bezirk nicht gewillt ist“, so der SPD-Fraktions-Vorsitzende Volker Semler. „Wir erwarten die Unterstützung unserer Kandidatin, so wie auch wir die Kandidaturen von Cerstin Richter-Kotowski und Frank Mückisch unterstützt haben.“ Neben CDU haben auch FDP und die AfD der Stadtratskandidatin der SPD die Stimmen verwehrt.

(eb)

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