Zwischen Wissenschaft und Shopping-Tod: Preisverleihung beim Fotowettbewerb zur Zukunft von Steglitz-Zehlendorf

28. Januar 2016 | Von | Kategorie: Aktuell, Panorama
Das sind die Preisträger des Fotowettbewerbs: Hagen Wried mit seinem Siegerbild, Sonderbpreis-Gewinner Michael Wrobel, der Drittplatzierte Thomas Reichert und die Zweite Anja Riedel (von links). Foto: Gogol

Das sind die Preisträger des Fotowettbewerbs: Hagen Wried mit seinem Siegerbild, Sonderpreis-Gewinner Michael Wrobel, der Drittplatzierte Thomas Reichert und die Zweite Anja Riedel (von links). Foto: Gogol

Wie sieht die Zukunft in Steglitz-Zehlendorf aus? Das wollte der Verein Berlin Südwest wissen und hatte zu einem Fotowettbewerb aufgerufen. Die Ergebnisse sind seit Mittwochabend in der Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel-Toms-Hütte zu sehen.

20 Bilder und eine Collage zieren den Zaun auf der Südseite der Passage – ein leerer Kinderspielplatz, watschelnde Enten im Grünen, die Hektik auf der Schloßstraße – alle auf Leinwand gebannt.

60 Bilder sind beim Verein eingegangen. Über die hat der Verein online abstimmen lassen. Die 20 Bilder mit den meisten Stimmen nahm sich dann eine Jury vor, um daraus die drei Gewinner zu küren.

Sie hatten schon mit mehr Bildern gerechnet als nur mit 60, sagt Bert Kühl, der Vereinsvorsitzende von Berlin Südwest. Zäh sei es angelaufen, bis dann doch die Bilder eintrudelten.

Ein Bild hatte besonders herausgestochen, berichtet Jury-Mitglied Thorsten Doihl. Es hatte den Kriterien nicht entsprochen, weil es eine Collage war. Aber die Jury sei so begeistert davon gewesen, dass sie sich entschlossen hat, einen Sonderpreis dafür zu vergeben. Der mit 50 Euro dotierte Preis ging an Michael Wrobel für seine Collage „Work-Life-Balance-Science Berlin Südwest“. Wrobel ist kein Fotograf sondern Vertriebsingenieur bei der Laser- und Medizin-Technologie GmbH (LMTB) in Dahlem. Über seine Chefin hat er von dem Wettbewerb erfahren, erzählte der 27-Jährige. Dort, am Arbeitsplatz, ist auch eines der Bilder entstanden. Zuerst habe er an das Thema demografischer Wandel gedacht, sei sich aber nicht sicher gewesen, berichtet der Köpenicker. Aufgrund seines Berufes kam er dann auf das Thema Wissenschaft, das im Berlin Südwesten sehr stark vertreten sei, weist er unter anderem auf die BAM und den Botanischen Garten hin.

Die Preisträger-Fotos:

Die Plätze eins bis drei zu finden, sei nicht schwierig gewesen, berichtet Jury-Mitglied Annette Schönherr, innerhalb einer Viertelstunde habe man sich auf Hagen Wried als Sieger einigen können. „Wissen schafft Zukunft“ heißt das Foto des 34-Jährigen. Für den Fotowettbewerb ist der frühere Lankwitzer, der jetzt in Mitte wohnt, auf die Suche gegangen nach einem futuristischen Gebäude. Es soll stehen für die Wissenschaft, die im Bezirk zu Hause ist. Fündig wurde Wried auf dem Campus der Freien Universität. Mit den 500 Euro Preisgeld will der Hobby-Fotograf seine Fotoausstattung erweitern.

Über den zweiten Platz und 300 Euro Preisgeld konnte sich Anja Redel für ihr Bild „Bewegung und Veränderung“ freuen, Thomas Reichert nahm 100 Euro für „Einkaufen bis zum Umfallen“ entgegen.

Wichtig waren der Jury drei Dinge, berichtet Doihl: Das Thema „Gesellschaft der Zukunft“ musste zu erkennen sein, ebenso der Bezirk Steglitz-Zehlendorf und dass es sich bei den Bildern um Fotografien handelt.

Die 20 Fotografien aus der Vorauswahl plus Collage werden einen Monat lang im U-Bahnhof zu sehen sein, dann sollen sie auf Tour durch den Bezirk gehen. Über die nächsten Stationen wird derzeit beraten.

Eine Fortsetzung des Fotowettbewerbs ist geplant, voraussichtlich Ende des Jahres.

weitere Bilder (Auswahl):

(go)

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