Frühlingserwachen – Das Semester startet

Frühlingserwachen – Das Semester startet

Der Henry-Ford-Bau der FU im frühlingshaften Grün, Foto: Dijana Kolak

 

Die ersten Vorlesungswochen des neuen Semesters sind geschafft. Doch diesmal in Präsenz! Hoffnungsvoll starten Berliner Studierende in das neue Semester.

Wie ungewöhnlich sich gewöhnliche Gespräche und das Aufeinandertreffen auf dem Universitäts-Campus anfühlen, wurde in den ersten beiden Wochen klar. Gemeinsam die Treppen hochsteigen zum Vorlesungsraum oder dicht nebeneinander in Seminaren sitzen – vom Bildschirm ging es direkt auf den Campus. Passend zur Euphorie, die in den Gesprächen mit anderen Studierenden nicht zu überhören ist, ist das sonnige Wetter in Berlin-Dahlem. Auf den Campus-Wiesen sitzen zahlreiche Studierende in kleinen Gruppen, einige spielen Tischtennis oder sind vertieft in ihre Lektüre. Ein seltener Anblick in den letzten zwei Pandemie-Jahren, dafür jetzt umso schöner.

Auch für Dozierende ist der Anblick von gefüllten Vorlesungsräumen außergewöhnlich, selten bleibt es unkommentiert, wie sehr sie sich auch freuen, auch wenn es sich seltsam anfühle, wieder vor so vielen Menschen zu sprechen.

Nachdem eine Zeit lang alles stillstand, geht es jetzt also wieder los. Aber nicht ohne einige Vorsichtsmaßnahmen: Zwar entfallen der 3G-Nachweis ebenso wie die Kontaktnachverfolgung und die Abstandsregelungen der Studierenden untereinander, aber die FFP2-Maskenpflicht, ebenso wie die Aufforderung, bei Symptomen zuhause zu bleiben, bleiben bestehen. Zusätzlich werden die Räume gelüftet.

Ende der Woche steigen auch schon die ersten „Welcome-Back“-Partys, organisiert von einzelnen Instituten. Es gibt nachgeholte Kennlernfahrten, geöffnete Studi-Cafés und eine gut gefüllte Mensa. Für viele ist es das erste Semester in Präsenz, so auch für mich. Für einige heißt es: Das erste Mal die Universitätsgebäude von innen sehen, die Kommilition:innen außerhalb von Break-Out-Sessions reden hören und gemeinsam Mittagspausen in der Mensa verbringen. Auch für die höheren Semester ist es ein schönes Gefühl, wieder auf dem Campus zu lernen.

Film- und Publizistikstudentin Teresa Gleich aus dem 4. Semester, die auch im vorherigen Artikel bereits zu Wort kam, ist sehr glücklich, auf dem Campus studieren zu können. „Die ersten beiden Wochen auf dem Campus waren richtig schön. Es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe: Menschen, die einem nur aus Online-Videokonferenzen bekannt sind, lernt man in echt kennen, verbringt gemeinsam Zeit auf dem Campus.“ Mit der Präsenzlehre sieht man nicht nur einen Schwall an Studierenden morgens in der U3 Richtung FU fahren, sondern auch Student*innen über die Campusgebäude hin und her laufen. Jetzt reicht ein Klick nicht mehr aus, um am nächsten Kurs teilzunehmen. „Es ist schwieriger zu koordinieren, zu den Instituten zu laufen oder zu fahren, da kann es manchmal stressig werden. Aber ich würde es gegen nichts eintauschen.“ Schließlich kann man jetzt viele neue Menschen kennenlernen, Dozierende in echt sehen und sich vor Kursbeginn treffen, danach gemeinsam in die Mensa gehen. Es sind Momente des Austausches, die Teresa besonders schätzt: „Es macht einen großen Unterschied, ob man mit anderen Studierenden in einem Seminarraum sitzt und miteinander diskutiert oder es lediglich Stimmen hinter grauen Kacheln sind, die man nicht zuordnen kann. Ich habe auch das Gefühl, wieder mehr zu lernen und freue mich über Erkenntnismomente. Es klingt kitschig, aber es fühlt sich an, als wäre ein Traum wahrgeworden.“

Die Präsenzlehre bietet auch Hoffnung für das studentische Engagement, das unter den Pandemiebedingungen leiden musste. Teilweise war es schwer, neue Studierende zu rekrutieren, die der Fachschaft beitreten oder sich um die studentischen Cafés kümmern. Orte des Austauschs verlagerten sich ebenfalls in die Web-Atmosphäre, jetzt sind auch diese wieder in Präsenz möglich.

 

 

Dijana Kolak

 

 

 

 

 

 

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