Symbolbild Pixabay – Gemeinsam heiße Schokolade oder Glühwein auf dem 1. Adventsmarkt auf dem Ludwig-Beck-Platz trinken.

Um acht Uhr morgens ist nicht viel los auf dem Ludwig-Beck-Platz: Gurken Paule baut eine Latte nach der anderen zu seinem Stand zusammen. Daneben bringt sich Fleischer Lehmann mit seinem Marktwagen in Position. Die Gärtnerei Sandglöckchen sortiert Frisches in der Auslage. Der Honigmann auf der gegenüberliegenden Seite drapiert seine Gläser für den Verkauf. Drei bis vier Passanten sind schon da, unterhalten sich und warten auf den Verkauf der Waren. Es fängt ruhig an auf dem Samstagsmarkt auf dem Ludwig-Beck-Platz. Etwas später wird es belebter. Irgendwer ruft: „Der Bäcker ist da!“, und das Angebot wird durch ankommende Händler vielfältiger. Und trotzdem sind alle nicht zufrieden. Die Händler wünschen sich einen lebhafteren Verkauf. Die Marktbesucher einen insgesamt belebteren Markt und mehr Händler. So wie es früher mal war, sagen die Älteren. Dies wollen wir ändern und veranstalten den 1. Lichterfelder Adventsmarkt auf dem Ludwig-Beck-Platz.

Der Wunsch nach einem Adventsmarkt besteht schon lange: In der Nachbarschaft, vom Marktmeister und am Runden Tisch Lichterfelde-West wurde er bereits lange diskutiert. Ebenso der Wunsch, den Platz als solchen wieder zu beleben. Bevor er vor einigen Jahren neu gepflastert wurde, war hier mehr los. Es war gemütlicher und auf dem Markt waren viel mehr Händler, erzählen die langjährigen AnwohnerInnen. Bemühungen, wieder mehr Leben auf den Platz zu bekommen, gab es Vielfältige. Das Stadtteilzentrum Steglitz feierte, unterstützt vom Runden Tisch, 2014 – 2016 dreimal das „Fest der Nachbarn“. 2016 initiierte der Runde Tisch „Die Aktion der Kehrenbürger“ mit Unterstützung der BSR. Das jährliche Radrennen im Rahmen der Steglitzer Festwoche belebt den Platz immer wieder. Nicht zuletzt machte das Bürgerbüro am Hindenburgdamm durch Pflanz-Aktionen und Anwohnergespräche auf den Ludwig-Beck-Platz aufmerksam.

Um die vielen Bemühungen aus verschiedenen Richtungen zu bündeln, traf man sich am 23. Oktober am Runden Tisch in größerer Runde. Es wurde erzählt, wie es früher war, Wünsche geäußert und mögliche Lösungen erörtert. Einer hatte sogar schon Fakten geschaffen. Christian Goiny übermittelte über seinen MitarbeiterInnen des Bürgerbüros, dass ein Termin für den Adventsmarkt am 8. Dezember 2018 verabredet sei und die Bezirksbürgermeisterin, Cerstin Richter-Kotowski als Schirmherrin zur Verfügung stände. Es folgte ein Gespräch mit der Wirtschaftsförderung des Bezirks und auch hier fand man wohlwollende Unterstützung der Vorhaben: Belebung des Wochenmarktes, Organisation des 1. Adventsmarktes und langfristig gesehen Unterstützung, den Platz als Begegnungsstätte wieder zu einem Mittelpunkt im Kiez zu gestalten.

Der Adventsmarkt wurde nach dem Treffen kurzfristig und mit Zutun verschiedenster Kräfte organisiert und verwirklicht. Anmeldungen der zusätzlichen AusstellerInnen koordiniert, die aktuellen Markthändler informiert, ein Flyer erstellt und die Werbetrommel geschlagen. In sehr kurzer Zeit stand fest, dass zu den üblichen Händlern 25 Marktstände dazu kommen und ein buntes Angebot präsentiert werden kann. Rein rational gesehen, liegt die Motivation für dieses Ereignis darin, den Wochenmarkt zu stärken. Es soll bekannt werden, dass er auch im Winter geöffnet hat und man jeden Samstag Frisches aus der Region einkaufen kann. Eier, Brot, Honig, Käse, Fleisch, Obst, Gemüse und vieles mehr erwartet die Einkaufskörbe der Menschen, die eine persönliche nette Ansprache und regionale Waren bevorzugen. Aber wer geht aus rationalen Gründen auf einen Adventsmarkt? 😉

Wer Zeit und Lust hat, darf vor allem Hunger mitbringen. Der Gasthof „Zur grünen Linde“ reiht sich in die Marktstände ein und bietet deftige Suppe und Getränke an. Bratwurst vom Grill, Glühwein, Wein, Waffeln, heiße Schokolade und Schokoladen, Kekse, Kuchen sind an anderen Ständen zu finden. Was an den anderen Ständen zu finden sein wird, möchten wir hier noch nicht so gern verraten. Ein bisschen Überraschung und selbst entdecken gehört ja auch zum Advent. Wir sind uns jedoch sicher, dass der ein oder andere ein sehr schönes passendes Weihnachtsgeschenk findet oder sich freudig selbst beschenkt, denn viele KunsthandwerkerInnen laden ihre Besucher ein.

Neben dem Kunsthandwerk gibt es auch eine Menge Informationen für die Marktbesucher. Der LiLa WebKiez stellt seine Idee und das Lastenrad vor. Die Projektgruppe „feminationSZ“ zeigt sich mit ihren selbst gebauten Frauen-Silhouetten und lädt die Besucher ein, die Silhouetten mit Kommentaren und Meinungen zu beschriften. Der Runde Tisch Lichterfelde-West stellt sich vor, informiert und lädt zur Teilhabe ein. Auch das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. steht für Fragen der BesucherInnen bereit. Ganz sicher finden die Besucher AnsprechpartnerInnen aus der Bezirkspolitik und dürfen sich auf das Grußwort der Bezirksbürgermeisterin um 12 Uhr und auf Blasmusik und Dixies freuen.

An diesem Tag wird der Ludwig-Beck-Platz also tatsächlich ein Mittelpunkt im Kiez sein. Das tatsächliche Augenmerk liegt allerdings auf den BesucherInnen. Sie sollen sich wohlfühlen, verweilen, ins Gespräch kommen und später die Idee, den Platz zu beleben, weitertragen. Traditionen fangen immer mit dem 1. Mal an … am 8.12., von 10.00 – 16.00 Uhr ist es so weit!

(as)