
Zehlendorfs Verteidiger Panagiotis Vassiliadis sorgte dafür, dass die „kleine Hertha“ kein Gegentor hinnehmen musste. Foto: Kerstin Kellner
„Vor einem Jahr hätten wir so ein Spiel vielleicht verloren“, sagte ein älterer Zehlendorfer auf dem Heimweg. Es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, denn tatsächlich unterlag die „kleine Hertha“ in der letzten Saison in einer ähnlichen Konstellation: 0:1 hieß es gegen einen zum damaligen Zeitpunkt starken (eine Klasse tiefer spielenden) SV Tasmania. Am Sonntag, 8. Oktober, besiegten sie eine Runde früher (2. Hauptrunde) den aufstrebenden Top-Favoriten der Berlin-Liga, Blau-Weiß 90, mit 1:0 und bleiben damit weiterhin im Wettbewerb.
Sturmtief „Xavier“ hatte auch in Zehlendorf seine Spuren hinterlassen und bis zuletzt offen gelassen, ob die attraktive Paarung im Ernst-Reuter-Stadion ausgetragen werden konnte. Doch zu Spielbeginn ließ sich sogar die Sonne blicken und 273 Zuschauer bildeten einen würdigen Rahmen. Hertha-03-Trainer Alexander Arsovic hatte sein Team im Vergleich zur Vorwoche auf drei Positionen verändert: Lenny Stein, Albert Vincetic und Carl Hopprich rückten neu in die Mannschaft. Die zu Saisonbeginn noch so knappe Personaldecke ist im Verlauf der letzten Wochen deutlich breiter geworden, Arsovic bieten sich mehr Möglichkeiten, taktisch zu variieren.
Blau-Weiß 90 hatte zu Beginn nicht nur optische Vorteile, sondern auch die erste Gelegenheit: Doch Zehlendorfs Schlussmann Philip Sprint eilte aus seinem Kasten und konnte den frei auf ihn zueilenden Nicolai Kitzing insoweit behindern, dass er ihn nach außen abdrängte (10.). Der erste Aufreger auf der Gegenseite sorgte zugleich für die Zehlendorfer Führung. Hopprich war nach schöner Kombination mit „Maxi“ Obst und Timur Gayret im Strafraum zu Fall gebracht worden. Den fälligen Elfmeter verwandelte Torjäger Sebastian Huke sicher zum 1:0 (17.). Gayret hatte nach einer guten halben Stunde das 2:0 auf dem Fuß, vergab jedoch freistehend und ließ den Berlin-Ligisten somit im Spiel.
Nach dem Wechsel bot sich das zu erwartende Spiel: Das zurückliegende Team machte Druck, die führenden Gastgeber versuchten aus einer stabilen Deckung zu kontern. Doch zu mehr als einem Kopfball des eingewechselten Blau-Weiß-Sturmtanks Al-Kassem (67.) und einen strammen Schuss von Kitzing, den Sprint sicher abwehrte, reichte es für die Gäste nicht. „Wir haben uns in den letzten Wochen im Defensivbereich besser gefunden“, verriet Zehlendorfs Stein den Schlüssel für die letzten Erfolge. Die Zehlendorfer mussten sich hinterher nur den Vorwurf gefallen lassen, ihre Konter nicht zielstrebiger ausgespielt zu haben, doch störte das nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Stefan Lüth auf Seiten des Oberligisten niemanden mehr. „Es war nicht die ansehnlichste Partie, aber wir haben im Kollektiv sehr gut verteidigt“, sagte Hertha-03-Kapitän Robert Schröder, der nun hofft, „den Lauf mit den Spielen ohne Gegentore in die Punktspiele mitnehmen können.“
Gespannt blicken nun alle auf die anstehende Auslosung am Freitag in einer Woche (20. Oktober 2017). Die Spieler nach einem Wunschgegner befragt, erhielt man die typische Antwort: „Wir nehmen es, wie es kommt.“ Nur einer wurde konkreter: Mittelfeldregisseur Obst würde sich „freuen, wenn wir auf den 1. FC Wilmersdorf und damit viele Ex-Kollegen treffen würden.“ Tatsächlich hat sich in Wilmersdorf (die übrigens durch ein 3:1 gegen Regionalligist BAK die nächste Runde erreichten) mit Ex-Trainer Timo Szumnarski, Ex-Kapitän Erdal Özdal, Torjäger Rene Robben und Modou Lamin Sanyang eine Zehlendorfer Kolonie gebildet. Nur ein Auswärtsspiel an der gefürchteten „Blisse-Ritze“ muss es aus Hertha-03-Sicht sicherlich nicht sein.
Trainer Arsovic, der schon auf der Rückfahrt vom Punktspiel in Frankfurt sagte, dass der „Pokal ein toller Wettbewerb“ sei, war hinterher glücklich über das Erreichen der nächsten Runde, freute sich über das erneute ‚zu null‘ und machte aus seinen Ambitionen im Pokal keinen Hehl: „Klar, wir wollen mal wieder ins Endspiel.“ Die Blau-Weißen hinterließen spielerisch Eindruck in Zehlendorf, sie hatten nur das Pech, auf einen Gastgeber zu treffen, der sich in den letzten Wochen vor allem im Defensivbereich enorm stabilisiert hat. Behalten die Zehlendorfer ihre (veränderte) Grundausrichtung bei, ist auch am kommenden Sonntag in Strausberg mit ihnen zu rechnen.
(ok)












Foto: Patrick Meyer[/caption]
Von Milwaukee über Asien nach Steglitz-Zehlendorf, vom US-Soldaten zur Berliner Radiolegende. Ende März ist Rik de Lisle gestorben, er wurde 79 Jahre alt.
Ein Beitrag von Patrick Meyer
„Hi! Icke bin’s, der Alte Ami, Rik de Lisle!“ Jahrzehnte lang begrüßte Rik so die Berlinerinnen und Berliner zu seinen Shows, auch als die Stadt noch geteilt war. Er war schon mit Mitte 30 der „Alte Ami“ - weil er einer der ältesten Kollegen in der Redaktion war und es einfach auch gut klang. Viele waren überrascht, dass hinter der markanten Stimme mit dem unverwechselbaren amerikanischen Akzent aus dem Radio ein weißer, bärtiger Mann stand.
Rik, der Junge aus Milwaukee war durch eine Verkettung überraschender Umstände in West-Berlin gelandet: inmitten des Kalten Krieges strandete er auf einer kleinen Insel, wo Punks und Bankangestellte zusammen ein Bier tranken und sich gegenseitig den Sinn des Lebens erklärten. West-Berlin war so ein absurdes, weltpolitisches Konzept, das dem AFN-Diskjockey, der aus dem Rettungssanitäter geworden war, gefiel und in der Stadt bleiben ließ. Für immer. Rik hatte Berlin verstanden.
Obwohl man hörte, dass er nicht in Lichterfelde oder Charlottenburg aufgewachsen war, bestand schnell kein Zweifel mehr daran, dass Rik ein Berliner Original war. Er liebte die Menschen, aber nicht unbedingt das Rampenlicht. Ein Typ, der sich interessierte, aber nicht wollte, dass man ihm die Zeit stiehlt. Ein Perfektionist seines Fachs, der Talente erkannte und förderte, Einsatz forderte und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt, auch wenn das bedeuten konnte, jemanden zu verletzen.
Den Hörern war das Wurscht, weil sie spürten, dass er Radio liebte. Er brachte amerikanische Musik und das freiheitliche Lebensgefühl in den Alltag vieler Menschen, die oft mit dem Kassettenrecorder die neuesten Songs aufnehmen wollten, die Rik in seinen Shows spielte.
Als ich ihn irgendwann fragte, ob wir sein Leben nicht dokumentarisch festhalten sollten, fand er die Idee erst befremdlich und stimmte dann doch zu. So entstand 2017 der englischsprachige Film „
Spannende Ferienabenteuer erwartet Kinder in der Waldschule Zehlendorf. Archiv-Foto: Gogol[/caption]
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