In Lankwitz wird menschliche Persönlichkeit erforscht

In Lankwitz wird menschliche Persönlichkeit erforscht

In der Siemens-Villa in Lankwitz erforschen Psychologen Christian Kandler und Alexandra Zapko-Willmes, was uns als Individuen so einmalig macht. Foto: Baumann

Was macht uns als Individuen einzigartig? Warum bleibt unsere Persönlichkeit im Laufe des Lebens einerseits sehr stabil und kann sich andererseits aber auch stark verändern? Diesen und anderen Fragen rund um die menschliche Persönlichkeit geht ein Team aus Psychologen an der MSB Medical School Berlin in Berlin-Lankwitz nach. Dafür führen sie eine mehrjährige Studie durch, in der neben Einzelpersonen auch Zwillinge erforscht werden. Aktuell werden noch weitere Studienteilnehmer gesucht.

Mit der „Studie der Persönlichkeitsarchitektur und -dynamiken“ (engl. Study of Personality Architecture and Dynamics) kurz „SPeADy“ genannt, möchte das Team um Prof. Dr. Christian Kandler die Einzigartigkeit unserer Persönlichkeit und ihre Entwicklung im Laufe der Zeit erforschen. Unter anderem möchten die Wissenschaftler wissen, wie Gene und Umwelt zusammenspielen. Wie sehr Ähnlichkeiten beziehungsweise Unterschiede zwischen Persönlichkeiten durch unser Erbgut bestimmt und wie sehr sie von den Lebenserfahrungen beeinflusst werden.

Um das herauszufinden, hat das Wissenschaftsteam einen umfangreichen Fragenbogen ausgearbeitet, den die Teilnehmer im Idealfall mehrmals im Laufe der Studie ausfüllen sollen. Darin werden sie zu ihren „Eigenarten“, ihren Lebenszielen, ihrer Motivation, ihren persönlichen Wertvorstellungen, Überzeugungen oder auch Interessen befragt. Zusätzlich zur „Selbsteinschätzung“ sollen zudem Familienangehörige, Partner oder Freunde der Teilnehmenden eine „Fremdeinschätzung“ beisteuern. Dies sei wichtig, weil Menschen, oft unbewusst, dazu neigen, sich „positiver“ einzuschätzen, erklärt Alexandra Zapko-Willmes, Projektmitarbeiterin an der MSB. „Jeder hat ein bestimmtes Bild von sich im Kopf. Und so geben wir manchmal die Antworten, von denen wir denken, dass sie bei den Anderen gut ankommen.“ Eine Einschätzung durch andere Menschen soll die Selbsteinschätzung ergänzen und das „Bild von der ‚beobachtbaren’ Persönlichkeit schärfen“.

Wie sehr bestimmen Gene und Umwelt unsere Persönlichkeit?

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der MSB Medical School Berlin mit Sitz in der Siemens-Villa in Lankwitz und der Universität Bielefeld. Die Studie teilt sich in zwei Teile auf: Während sich die „Altersgruppen-Studie“ mit „jedermann“ beschäftigt, richtet sich der zweite Teil ausschließlich an Zwillinge. Dieser Teil eignet sich laut den Forschern besonders gut, um herauszufinden, wie stark sich Persönlichkeiten aufgrund genetischer Übereinstimmung ähneln können und wie stark sie von Erfahrungen geprägt werden.

Bei eineiigen Zwillingen, die zusammen aufgewachsen sind, sei das besonders spannend: Genetisch identisch können sie sich in ihrer Persönlichkeit sehr ähneln, oder aber sich unterschiedlich entwickeln. In solchen Fällen werden die „Auslöser“ für Persönlichkeitsunterschiede in unterschiedlichen Erfahrungen mit der Umwelt vermutet. „Ob das tatsächlich so ist, oder welche anderen Faktoren hierbei eine Rolle spielen könnten, gilt es eben herauszufinden “, so Zapko-Willmes.

Wie verändert sich Persönlichkeit im Laufe der Zeit?

Doch auch die „Altersgruppen-Studie“ sei nicht weniger spannend, versichert Julia Richter, die Projektmitarbeiterin am Standort Universität Bielefeld, die am Interview über Skype teilnahm. „Mit diesem Teil der Studie möchten wir untersuchen, wie sich verschiedene Persönlichkeiten im Laufe der Zeit verändern und in welchem Alter mehr oder weniger Veränderungen stattfinden.“

Mit ihrer umfangreichen Studie möchten Kandler, Richter und Zapko-Willmes die „Persönlichkeit in ihrem Kern erfassen“ und ein neues Modell herausarbeiten, welches über die bisherigen „beschreibenden Persönlichkeitsmodelle“ hinausgeht.

Teilnehmer gesucht

Die Studie läuft bereits seit 2015. „Aktuell befinden wir uns in der zweiten Befragungsrunde“, erklärt Alexandra Zapko-Willmes. Insgesamt sei die Studie auf sechs Jahre ausgelegt. „Wer sich jetzt für eine Teilnahme entscheidet, kann insgesamt an zwei Befragungsrunden teilnehmen.“ Das sei für die Untersuchung von Persönlichkeitsveränderungen von entscheidender Bedeutung.

Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann dies direkt online unter www.speady.de tun oder die Unterlagen postalisch anfordern. Noch werden Teilnehmer sowohl für die Zwillingsfamilien-Studie als auch für die Altersgruppen-Studie gesucht. Mitmachen können Personen ab 14 Jahren.

Als Dankeschön erhalten alle Teilnehmer ein individuelles, wissenschaftliches Persönlichkeitsprofil und gegebenenfalls einen Universalgutschein im Wert von 10 Euro.

(eb)

 

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Kinder- und Jugendhaushalt 2026

[caption id="attachment_103362" align="aligncenter" width="300"] Grafik: Kinder- und Jugendbüro[/caption]
 
 

Ab sofort können wieder alle Kinder und Jugendlichen von sechs bis 21 Jahren, die eine Schule in Steglitz-Zehlendorf besuchen oder hier wohnen, ihre Vorschläge und Ideen für den Bezirk beim Kinder- und Jugendhaushalt einreichen.

Insgesamt stehen 5.000 € zur Verfügung. Zwei Vorschläge für Schulhöfe können jeweils bis zu 300 erhalten und 8 Vorschläge für Jugendclubs, Parks, Straßen, Plätze usw. können jeweils bis zu 550 € bekommen.

Bis einschließlich 14. Juni können die Vorschläge per Mail, Messengerdienst oder Instagram sowie über die Homepage des Kinder- und Jugendbüros eingereicht werden.

Die Entscheidung darüber, welche Projekte im Bezirk umgesetzt werden, erfolgt vom 22. bis 24. Juni im Rahmen einer bezirksweiten Onlineabstimmung auf der Webseite. Abstimmungsberechtigt sind nur junge Menschen zwischen sechs und 21 Jahren.

Alle Infos: https://www.kijubsz-berlin.de/kijub/projekte/kinder-und-jugendhaushalt/

pm/dt

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