
Ruppert Stüwe: seit 2014 Kreisvorsitzender der SPD Steglitz-Zehlendorf. Foto: SPD Steglitz-Zehlendorf
Ruppert Stüwe wird die Steglitz-Zehlendorfer SPD auch die nächsten zwei Jahre als Kreisvorsitzender führen. Das bestimmte der Kreisverband auf seiner Kreisdelegiertenversammlung am 21. April. Stüwe erhielt 88,6 Prozent der Stimmen. Neben ihm wurden Brunero Cappella, Ina Czyborra (MdA) und Franziska Drohsel als stellvertretende Kreisvorsitzende gewählt. Den geschäftsführenden Vorstand ergänzen Jan Kellermann als Kassierer und Olemia Flores Ramirez als Schriftführerin.
Stüwe fasste seine bezirkspolitischen Ziele wie folgt zusammen: „In den nächsten zwei Jahren wollen wir als SPD alles daran setzen, unseren Bezirk lebenswerter und sozialer zu machen. Wohnen muss auch in unserem Bezirk bezahlbar sein. Wir dürfen beim Milieuschutz den Bezirk nicht aus seiner Verantwortung entlassen und werden uns für die Mieterinnen und Mieter der BImA einsetzen. Beim Umgang mit Geflüchteten werden wir die Stimme der Vernunft bleiben. Der Bezirk muss Grundstücke für Unterkünfte stellen. Wir sind die Partei der Wissenschaft und setzen uns auch weiterhin für Steglitz-Zehlendorf als Wissenschaftsstandort ein. Das Bekenntnis des Senats zum Campus Benjamin Franklin der Charité geht auf unseren Einsatz zurück.“
Die SPD Steglitz-Zehlendorf nominierte außerdem den Bildungsstaatssekretär Mark Rackles als stellvertretenden Landesvorsitzenden.
(sn)












Foto: Patrick Meyer[/caption]
Von Milwaukee über Asien nach Steglitz-Zehlendorf, vom US-Soldaten zur Berliner Radiolegende. Ende März ist Rik de Lisle gestorben, er wurde 79 Jahre alt.
Ein Beitrag von Patrick Meyer
„Hi! Icke bin’s, der Alte Ami, Rik de Lisle!“ Jahrzehnte lang begrüßte Rik so die Berlinerinnen und Berliner zu seinen Shows, auch als die Stadt noch geteilt war. Er war schon mit Mitte 30 der „Alte Ami“ - weil er einer der ältesten Kollegen in der Redaktion war und es einfach auch gut klang. Viele waren überrascht, dass hinter der markanten Stimme mit dem unverwechselbaren amerikanischen Akzent aus dem Radio ein weißer, bärtiger Mann stand.
Rik, der Junge aus Milwaukee war durch eine Verkettung überraschender Umstände in West-Berlin gelandet: inmitten des Kalten Krieges strandete er auf einer kleinen Insel, wo Punks und Bankangestellte zusammen ein Bier tranken und sich gegenseitig den Sinn des Lebens erklärten. West-Berlin war so ein absurdes, weltpolitisches Konzept, das dem AFN-Diskjockey, der aus dem Rettungssanitäter geworden war, gefiel und in der Stadt bleiben ließ. Für immer. Rik hatte Berlin verstanden.
Obwohl man hörte, dass er nicht in Lichterfelde oder Charlottenburg aufgewachsen war, bestand schnell kein Zweifel mehr daran, dass Rik ein Berliner Original war. Er liebte die Menschen, aber nicht unbedingt das Rampenlicht. Ein Typ, der sich interessierte, aber nicht wollte, dass man ihm die Zeit stiehlt. Ein Perfektionist seines Fachs, der Talente erkannte und förderte, Einsatz forderte und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt, auch wenn das bedeuten konnte, jemanden zu verletzen.
Den Hörern war das Wurscht, weil sie spürten, dass er Radio liebte. Er brachte amerikanische Musik und das freiheitliche Lebensgefühl in den Alltag vieler Menschen, die oft mit dem Kassettenrecorder die neuesten Songs aufnehmen wollten, die Rik in seinen Shows spielte.
Als ich ihn irgendwann fragte, ob wir sein Leben nicht dokumentarisch festhalten sollten, fand er die Idee erst befremdlich und stimmte dann doch zu. So entstand 2017 der englischsprachige Film „