Rolf Breidenbach (rechts) und Carsten Wolf vom Vorstand der Bürgerstiftung sind auch auf Veranstaltungen im Bezirk - hier beim Bezirkssportfest - häufig anzutreffen. Archiv-Foto: Gogol

„Für einen lebenswerten Südwesten“ – das ist der Leitspruch der Bürgerstiftung Steglitz-Zehlendorf, die seit fast acht Jahren im Bezirk aktiv ist. Ziel der Stiftung, dessen Schirmherr Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) ist es, Verantwortung für den Bezirk zu übernehmen und den Austausch zwischen den Generationen zu fördern.

„Der Bezirk hat nur begrenzte Mittel, um Initiativen und Projekte zu unterstützen. Wir als Stiftung können schneller und flexibler reagieren“, sagt Rolf Breidenbach vom Stiftungsvorstand.

Um ihre Ziele zu erreichen, betätigt sich die Stiftung vielfältig. In diesem Jahr pflanzte sie beispielsweise im Rahmen der Aktion „mach mit“ Blumenkübel am Bahnhof Lichterfelde-West und kümmerte sich um die Pflege der dortigen Grünflächen. Den Kinder- und Jugend Reit- und Fahrverein (KJRFV) Zehlendorf unterstützte man beim Kauf bei Reitsatteln, um Reiten für Behinderte zu ermöglichen. Um die musikalische Ausbildung kümmert sich die Bürgerstiftung ebenfalls. Fünf Gitarren spendete sie der Mercator-Schule. „Die Kinder könne die Instrumente dann auch mal mit nach Hause nehmen“, sagt Breidenbach. Doch die Stiftung will nicht nur Geld geben, sondern auch zur Diskussion anregen und Entscheidungsträger sowie engagierte Menschen zusammenbringen. So wie bei der Diskussion über das marode Weltkulturerbe Schloss Glienicke im November.

Die Stiftung finanziert sich aus Spenden. Die werden unter anderem bei selbst organisierten Veranstaltungen gesammelt. Etwa beim ersten Isländischen Konzert in Steglitz in diesen Herbst. „Das war ein großes Risiko, aber der Saal war voll“, freut sich Breidenbach. Das war bei den Lesungen in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Wer mehr tun will, als nur gelegentlich spenden, kann Mitglied bei den Freunden und Förderern werden.

Was Breidenbach an der Arbeit der Bürgerstiftung am besten gefällt, ist, dass man sich direkt vor der eigenen Tür engagieren und die Ergebnisse sehen und erleben kann. Wie bei der jüngsten Lesung am Nikolaustag, als die Mercator-Schüler sich mit einem kleinen Konzert bei der Stiftung bedankten. „Das ist ein Ansporn, etwas zu tun.“

Manchmal werde man von den Bürgern angesprochen, etwas zu fördern, andererseits müsse man auch einfach nur mit „wachem Auge gucken“, um zu sehen, wo man sich engagiere kann, findet das Vorstandsmitglied. Und das müssen nicht immer große Projekte sein. Der Grundschule am Rohrgarten zum Beispiel habe für die Inszenierung eines Theaterstückes nur noch ein kleiner Betrag gefehlt. Diese Finanzierungslücke schloss die Bürgerstiftung.

Im nächsten Jahr will die Stiftung dem Museumsdorf Düppel unter die Arme greifen, das einen Museumsführer herausgeben will. Dem Thema Inklusion wolle man sich widmen und dem Rollstuhlbasketballverein einen Rollstuhl mitfinanzieren. Auch das Thema Glienicke soll noch einmal aufgegriffen werden. Und natürlich wird man wieder präsent sein im Bezirk, sich auf verschiedenen Messen und Festen präsentieren.

(go)

 

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