
Girlsday 2022 bei TuS Lichterfelde Berlin, Foto: Sebastian Bosse
Der Breitensportpreis 2022 des Deutschen Tischtennis-Bundes in der Kategorie „Angebote für Mädchen“ geht an den TuS Lichterfelde
Der Verein überzeugte innerhalb der Kategorie „Angebote für Mädchen“ mit der erfolgreichen Umsetzung eines Konzeptes zur Nachwuchsförderung. Durch verschiedene Aktionen wuchs die Anzahl der Mädchen des Vereins innerhalb von eineinhalb Jahren von nur zwei Personen auf etwa 30 an. Inzwischen spielen in dem Verein zwei reine Mädchen-Trainingsgruppen, außerdem nimmt der TuS mit insgesamt drei Mädchen-Mannschaften am Spielbetrieb teil und führte u.a. einen Girls Day durch.
Das Konzept für die Gewinnung von Spielerinnen entstand während des Corona-Lockdowns. Traditionell sind Mädchen im Tischtennis-Sport unterrepräsentiert: im Verband sind es im Schnitt 10 bis 15 Prozent, bei TuSLi stagnierte der weibliche Anteil bei 5 Prozent. Die letztlich erfolgreiche Kampagne startete mit Infoflyern, Schnuppertrainings und dem Trainingsbeginn für zwei Mädchengruppen. Es folgten das erste Mädchen-Turnier, erste Mannschaftsspiele und die erste Teilnahme an Meisterschaften.
Der Mädchenanteil in der Tischtennisabteilung liegt nun bei 36 Prozent, die Spielerinnen spielen in drei Mannschaften. Für die Aufnahme neuer Mädchen gibt es eine Warteliste.
Der Deutsche Tischtennis Bund lobt das Engagement des Vereins: “Vereine wie der TuS Lichterfelde Berlin beweisen immer wieder, dass durch den Einsatz von Engagierten kombiniert mit guten Ideen Menschen jeden Alters für unseren Sport begeistert werden können. Mit Ihren wertvollen Aktionen tragen Sie zu Spiel, Spaß und Bewegung in der Gesellschaft bei.”
Darüber hinaus hieß es in der Glückwunschmail: “Euer schlüssiges Konzept hat uns überzeugt! Die hohe Anzahl an weiblichen Vereinsmitgliedern bestätigt Eure hervorragende Arbeit.”
Weitere Details können auf den Seiten des TuS Lichterfelde nachgelesen werden.
Alle Infos und Trainingszeiten: https://tt.tusli.de/
Michael Filip Schaffhauser












Typisch Waldsiedlung: farbenfrohe Reihenhäuser unter 100 Jahre alten Kiefern. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Im zweiten Anlauf und pünktlich zum 100jährigen Jubiläum: die Waldsiedlung Zehlendorf gehört jetzt zum Welterbe. Ende August wird groß gefeiert.
Am 26. Juli wurde auf der 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees im südkoreanischen Busan entschieden, die Waldsiedlung Zehlendorf als siebten Teil der Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ einzutragen.
Die Waldsiedlung Zehlendorf, auch bekannt als „Papageiensiedlung“, ist eine Wohnanlage im Stil des Neuen Bauens, die sich rund um die Verkehrsachse am U-Bahnhof „Onkel Toms Hütte“ der U-Bahnlinie 3 und der Argentinischen Allee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf erstreckt. Die Architekten Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolph Salvisberg errichteten für die Wohnungsbaugenossenschaft GEHAG von 1926 bis 1932 eine der größten und bekanntesten deutschen Siedlungen der 1920er Jahre. Zu dieser Zeit herrschte in Deutschland ein großer Mangel an Wohnraum. Von den insgesamt 1.917 Wohneinheiten wurden 1.108 im Geschosswohnungsbau in Mehrfamilienhäusern mit bis zu drei Geschossen und 809 Einfamilienhäuser errichtet.
„Die Waldsiedlung Zehlendorf ist eine der größten und der außergewöhnlichsten Siedlungen der 1920er Jahre in Deutschland“, sagt Landeskonservator Christoph Rauhut, dessen Behörde den Nominierungsprozess seit 2021 maßgeblich vorangetrieben hat. „Die Einbettung der Anlage in das vorhandene Waldgebiet, die prägnante Farbigkeit oder die konsequente Verwendung von Flachdächern sind nur einige der herausragenden Qualitäten der Siedlung. Gemeinsam mit den anderen sechs Siedlungen der Berliner Moderne setzte sie neue Maßstäbe für gesundes und sozial orientiertes Wohnen, die weit über Berlin hinaus den Wohnungsbau des 20. Jahrhunderts prägten.“ Die Eintragung als UNSECO-Welterbe ist eine Würdigung des langjährigen Engagements der Bewohnerinnen und Bewohner für ihre Siedlung“.
In der Waldsiedlung sollte bezahlbarer Wohnraum in einer gesunden und naturnahen Umgebung entstehen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner erhielten einen eigenen „Außenwohnraum“ und zahlreiche Gemeinschaftsräume. Die Gestaltung der Freiflächen durch Leberecht Migge und Martha Willings-Göhre erfolgte gleichberechtigt zum Hochbau. So entstand eine harmonisch im Naturraum gelegene, funktional moderne Anlage mit durchgehenden Flachdächern, differenzierter Farbigkeit und optimaler verkehrlicher Anbindung.
Die Waldsiedlung ist die flächengrößte der insgesamt sieben Berliner „Siedlungen der Moderne“, die in den 1920er Jahren für innovative Wohnkonzepte standen. 2008 erhielten die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Großsiedlung Britz, die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt Welterbestatus. Die „Papageiensiedlung“ in Zehlendorf wurde aufgrund ihres unsanierten Zustandes nicht mit aufgenommen.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelten Hauseigentümer und engagierte Bürger einen gewissen Ehrgeiz. Privatbesitzer ließen umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchführen, und auch die Deutsche Wohnen, die mit rund 1.100 Wohneinheiten etwas mehr als die Hälfte des Wohnungsbestandes der Siedlung besitzt, hat kräftig investiert. Seit wenigen Jahren gilt ein Denkmalpflegeplan, der das Wohnen in der Siedlung nicht mehr nur reine Privatsache sein lässt.
Grundsätzlich gilt das „Primat des Originals“, originale aus der Bauzeit stammende Materialien und Abmessungen sollen erhalten werden. Ohne „Denkmalrechtliche Genehmigung“ dürfen die Häuser der Waldsiedlung nicht angefasst werden. Vorgegeben sind Putz, Farbe (hier sogar die Marke), die Art des Klinkers und sogar das Fugenmaterial. Äußere Dämmung ist genauso verboten wie Parabolantennen, Satellitenschüsseln, Markisen oder Rollläden.
Weil nach dem Berliner Denkmalschutzgesetz grundsätzlich alle Baumaßnahmen in der unmittelbaren Umgebung von Denkmalen der Zustimmung bzw. Genehmigung bedürfen, gibt es nun auch für die Nachbarschaft neue Regeln. Um besondere Qualitätsansprüche im dem direkten Umfeld eines UNESCO-Welterbes bei potentiellen baulichen Veränderungen durchsetzen zu können, gibt es eine sogenannte