„Wir alle werden Pflegekompetenzen erlernen müssen“

„Wir alle werden Pflegekompetenzen erlernen müssen“

Nachbarschaftsladen Berlinickestraße in Steglitz: Selma Weigelt (links) und Kollegin Susanne Baschinski bangen regelmäßig um Finanzierung. Auf der „Zuhörbank“ ist eine Ehrenamtliche bereit für das nächste „Zuhör-Ründchen“, Foto: Junia Greb-Georges

 
Pflegewissenschaftlerin Katja Boguth meint, jeder und jede müsse die notwendigen Basisfähigkeiten der Pflege erlernen (Das ganze Interview lesen Sie hier). Der bereits bestehende Fachkräftemangel werde sich in den nächsten Jahren massiv verstärken. In Steglitz-Zehlendorf, dem Bezirk mit dem höchsten Altersdurchschnitt in Berlin, gibt es bereits Ideen und Projekte, um die Auswirkungen des demografischen Wandels abzufedern.
 
Deutschland altert und mit ihm auch die Hauptstadt. Bis zum Jahr 2040 wird die Anzahl der Menschen über 80 Jahre in Berlin voraussichtlich um etwa 3,5 Prozent ansteigen. Gleichzeitig vergrößert sich die Zahl der Menschen im Alter von 65 bis unter 80 Jahren um etwa 14,8 Prozent. Es stellt sich die Frage, wer diese Gruppe pflegen wird, wenn die Zahl an Pflegefachkräften abnimmt, während die Gruppe Pflegebedürftiger stetig wächst.
 
Bereits heute reichen die Pflegefachkräfte nicht aus, um den Bedarf zu decken. Katja Boguth, Pflegewissenschaftlerin und Dozentin für klinische Pflegewissenschaften an der Alice Salomon Hochschule für soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung in Berlin erklärt: „Pflegebedürftig wird ein großer Teil von uns irgendwann einmal werden. Vier Monate bis zwei Jahre ist die durchschnittliche Zeitspanne, in der jemand gepflegt wird. Die Menschen sind schon heutzutage verzweifelt, weil sie keinen Pflegedienst mit Kapazitäten finden.“
 
 

„Um den Bedarf an Pflegefachkräften zu decken, müsste ab heute jeder vierte Schulabgänger den Pflegeberuf erlernen“, sagt Katja Boguth, Foto: Alice Salomon Hochschule Berlin

 
 
Hilft Ehrenamt gegen den Pflegenotstand? 
 
Pflegewissenschaftlerin Boguth meint, Pflege müsse wieder stärker zurück in die Familien. Aber auch Ehrenamtliche könnten einiges tun, um die Auswirkungen des Fachkräftemangels abzumildern. Dafür müsse man die Arbeit Freiwilliger stärken. Susanne Baschinski, Ansprechpartnerin der Kontaktstelle PflegeEngagement (KPE) im Nachbarschaftsladen Mittelhof e.V. in Steglitz-Zehlendorf, begrüßt dieses Bedürfnis zwar grundsätzlich. Sie vermittelt in ihrem Berufsalltag Ehrenamtliche an Pflegebedürftige, die diese bei leichteren Alltagsaufgaben unterstützen, sich mit ihnen unterhalten oder gemeinsam Freizeit gestalten.  Baschinski sagt aber ganz deutlich: „Ehrenamtliche können kein fest eingeplanter Ausgleich für eine Basisversorgung in der Pflege sein. Beim Ehrenamt soll es auch weiterhin um den psychosozialen Kontakt mit Pflegebedürftigen gehen. Um Gespräche, Spaziergänge oder auch das gemeinsame Ansehen von Fotoalben. Der Staat ist in der Verantwortung, die professionelle Pflege so zu organisieren, dass sie die Menschen gut versorgt, stabil, krisenfest sowie finanzierbar ist und bleibt.“ Sie kritisiert, der Staat käme dieser Aufgabe schon zu lange nicht nach. Es gebe auch keine Modelle, um diesem Anspruch gerecht zu werden, obwohl über das Thema Pflegenotstand bereits seit den 1970-er Jahren diskutiert würde.
 
Begegnungsstätten gegen soziale Isolation 
 
Sowohl Baschinski als auch ihre Kollegin Selma Weigelt, Projektkoordinatorin der Ehrenamtlichen bei der digitalen Nachbarschaftshilfe in Steglitz, und auch Dozentin Boguth sehen Bedarf bei der Einrichtung von Sozialräumen, die in der Nachbarschaft als Begegnungsstätten dienen könnten. Diese seien ein niedrigschwelliges Angebot zur Vernetzung von Jung und Alt. „Soziale Isolation führt am Ende dazu, dass Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen nicht wissen, wen sie ansprechen können, wenn sie Hilfe benötigen“, begründet Boguth diesen Ansatz.
 
Weigelt und Baschinski bieten im Nachbarschaftsladen, gemeinsam mit ihrer Kollegin Nina Karbe, eine solche Begegnungsstätte. Groß sind die Räume dort nicht, aber die Frauen wissen sich zu helfen. Eines ihrer Projekte ist die so genannte Zuhörbank. Zwei Bänke wurden kurzerhand vor dem Laden, in dem es nichts zu kaufen gibt, platziert. Bei gutem Wetter sitzen dort jeden Donnerstag zwei Ehrenamtliche, die Vorbeikommende auf ein „Viertelstündchen Zuhör-Ründchen“ einladen. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, erklärt Weigelt. Die Menschen kämen gerne zum Reden. Dabei seien die Themen vielfältig, wobei der Bedarf „Dampf abzulassen“ gestiegen sei, erzählt sie.
 
Selma Weigelt führt als Koordinatorin eines von drei Standbeinen im Nachbarschaftsladen, die digitale Nachbarschaftshilfe. Sie vermittelt Ehrenamtliche an Menschen, die sich von der Digitalisierung abgehängt fühlen. „Die Bedarfe sind unterschiedlich. Natürlich sind viele Ältere dabei. Manche möchten erklärt bekommen, wie der Messenger WhatsApp funktioniert. Andere brauchen Hilfe dabei, online einen Termin, zum Beispiel beim Bürgeramt zu vereinbaren“, erklärt Weigelt und fügt hinzu: „Es kommen auch Menschen, die Kinder oder Enkelkinder haben. Wenn die ihnen WhatsApp erklären wollen, geht es den älteren Herrschaften oft zu schnell.“
 
Sozialräume werden zu wenig gefördert 
 
Um Unterstützungsbedarfe in der Nachbarschaft zu erkennen, sind soziale Treffpunkte wie der Nachbarschaftsladen in Steglitz wichtig. Doch seine Existenz ist immer wieder gefährdet. Die Finanzierung der Stellen sei ein schwieriges Thema und eine langfristige Planung kaum möglich, sagt Weigelt. Bis 2021 unterstützte Unternehmerin Susanne Klatten den Nachbarschaftsladen finanziell. Weigelt selbst war zu dieser Zeit dort noch nicht tätig. Wie es danach weitergehen sollte, war zunächst unklar. Bis der gemeinnützige Verein Mittelhof e.V. sich bereit erklärte, den Nachbarschaftsladen weiter zu fördern. Allerdings fehlten ihm die Mittel, um mehr als eine Stelle, die von Nina Karbe, zu finanzieren. Sie koordiniert die analoge ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe, die es schon seit Eröffnung gibt. Die beiden Kolleginnen hätten daraufhin gehen müssen, erklärt Weigelt. Sie selbst und ihre derzeitige Mitstreiterin Baschinski seien später dazugekommen. Sie werden von anderer Seite finanziert. Die digitale Nachbarschaftshilfe gibt es aufgrund der Unterstützung durch die Deutsche Fernsehlotterie. Obwohl der Bedarf an Sozialräumen wie dem Nachbarschaftsladen groß ist, wird nur Baschinskis Stelle, die KPE, staatlich gefördert. Seit Oktober 2010 gibt es die KPE in jedem Berliner Bezirk, auch in Berlin-Steglitz, dort seit Anfang 2022 mit neuem Standort im Nachbarschaftsladen in der Berlinickestraße 9.
 
 

Blick ins Jahr 2040: Steglitzerin schimpft beim Berlinicke-Sommerfest auf die Politik des Berliner Senats: „Haben die nach 20 Jahren noch nichts gelernt? Rückt die Kohle raus!“ Foto: giorgiomtb

 

Pflegewissenschaftlerin sieht jüngere Generationen in der Pflicht 
 
Hochschuldozentin Boguth ist sich sicher, ohne Nachbarschaftshilfe und Solidarität in der Gesellschaft sei der demografische Wandel nicht zu schaffen. „Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass unsere Gesellschaft dieser Entwicklung völlig entspannt entgegenblickt. Frei nach dem Motto: „Das wird schon irgendwie werden. Ich glaube, dem ist nicht so. Wir müssen uns hier und heute die Frage stellen, wer uns später einmal pflegt.“ Dabei gehe es nicht nur darum, für die Nachbarn Einkäufe zu erledigen, sondern tatsächlich um Pflege. Sie sagt: „Ich glaube, dass die jüngere Generation sich nicht aussuchen kann, ob sie sich um ältere hilflose Personen kümmert, und zwar mit allem, was dazugehört.“ Die Dozentin für Pflegewissenschaften meint, dass das Pflegepersonal, das es nach dem Ausscheiden der Babyboomer-Generation noch gäbe, Laien nur noch anleiten könne. Mehr Kapazitäten seien in einigen Jahren nicht mehr vorhanden. „Wir können nicht jedem, der pflegebedürftig ist, eine Pflegeperson an seine Seite stellen. Dann müsste jeder vierte Schulabgänger den Pflegeberuf erlernen. Das werden wir nicht schaffen.“
 
 

In den nächsten Jahren wird der Zeitpunkt kommen, an dem professionelle Pflegefachkräfte den Pflegebedarf nicht mehr decken. Foto: Robert Kneschke

 
 
Boguth gibt zu bedenken, dass die so genannten Babyboomer-Generationen auf dem Pflege-Arbeitsmarkt fehlen werden. Sie meint: „Zum einen wird sich die Anzahl der Menschen, die einen Pflegebedarf haben, erhöhen. Gleichzeitig gehen aber auch diejenigen, die jetzt noch im Pflegeberuf sind, aus dem Beruf heraus. Es entsteht also eine riesige Lücke.“
 
Auch wenn es bisher nicht mehr als Schätzwerte darüber gebe, wie viele Pflegerinnen und Pfleger in den nächsten zehn Jahren aus dem Beruf ausschieden, hat Boguth konkrete Ideen, wie die Politik gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern die Pflege auf ein sicheres Fundament stellen könne. Im Gegensatz zu vielen Ansätzen aus der Politik sind ihre Ansätze langfristiger Natur. Neben einem Schulfach, in dem die Grundlagen der Pflege schon in der Schule vermittelt werden könnten, schlägt Boguth Aufklärungskampagnen vor, die sich gezielt an die jüngeren Generationen richten, um auf die Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft aufmerksam zu machen.
 
Berliner und Berlinerinnen formulieren Erwartungen im Bürgerdialog 
 
Auch der Bürgerdialog Pflege, den die ehemalige Gesundheitssenatorin Kalayci auf den Weg gebracht habe, sei ein gutes Mittel, um das Thema des demografischen Wandels und der Pflege im Dialog zu besprechen.
 
Der Dialog „Pflege 2030“, wie er offiziell heißt, wurde von der ehemaligen Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kalayci (SPD) initiiert und von Herbst 2019 bis Ende 2020 durchgeführt. Er geht auf die Richtlinien der Vorgängerregierung zurück, in denen ein Ziel explizit formuliert wurde. Die Mitbestimmungsrechte der breiten Berliner Bevölkerung bei der Gestaltung des Pflegesystems sollten gestärkt und im Dialog mit Stadtgesellschaft und Betroffenen eine nachhaltige Perspektive für gute Pflege und Pflegebedingungen in Berlin entwickelt werden. An dem Projekt partizipierten insgesamt 569 Beteiligte, darunter sowohl Experten und Expertinnen als auch Betroffene. Für das Gutachten wurden Wünsche und Erwartungen zufällig aus dem Einwohnermelderegister ausgewählter Personen abgefragt und unter der Leitung des Nexus-Instituts gebündelt. 5.475 Ideen und Empfehlungen entstanden aus dem Dialog. Diese wurden nach Abschluss der Befragungen in sechs Kategorien eingeordnet. Zu diesen gehören unter anderem „Pflege und Gesellschaft“, „Häusliche Pflege/ Pflegebedürftige und Angehörige“ sowie „Finanzierung, Gesetzgebung und Bürokratie“. Die Ratschläge und die Erkenntnisse aus dem Dialog sollten in die konkrete Pflegepolitik übersetzt werden, um zukünftige Angebote und Leistungen im Bereich der Alters- und Pflegeversorgung in Berlin bedarfsgerecht und an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet zu gestalten.
 
 

Mehr als 5.000 Ideen entstanden aus dem Dialog „Pflege 2030“ zwischen Betroffenen, Expertinnen und Experten. Foto: alotofpeople

 
 
Die Ergebnisse des Dialogs Pflege 2030 wurden in einem Bürgergutachten veröffentlicht, das unter https://www.berlin.de/sen/pflege/grundlagen/pflege-2030/buergergutachten-pflege heruntergeladen werden kann. Die Fachabteilung Pflege der Nachfolge-Regierung teilte den Stadtrand-Nachrichten auf Nachfrage mit, dass „bereits Vieles von dem, was von der Bevölkerung im Dialog gewünscht wurde“ umgesetzt werde, dies aber „zu wenig bekannt“ sei. Teilweise würden „im Gutachten Themen angesprochen, die in der Verantwortung des Bundes liegen“. Damit meint die Fachabteilung Bereiche, um die sich die Berliner Politik mangels Gesetzgebungskompetenz nicht kümmern kann.
 
Weil es an Planungsstrukturen fehlt: Neuer Fachbereich innerhalb der Abteilung Pflege gegründet  
 
Insgesamt fehlt es in der Berliner Verwaltung an zukunftsfähigen Konzepten. Aus dem Bürgergutachten ergebe sich nach Auskunft der Fachabteilung Pflege innerhalb der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, dass es bisher „an einer konkreten Systematik mangele“, auf der die Pflege in Berlin weiterentwickelt werden könne und müsse. Als Reaktion sei innerhalb der Abteilung Pflege ein neuer Fachbereich gebildet worden, der den zukünftigen Bedarf an Personal und Strukturen ermitteln solle. Um Betroffene an der Weiterentwicklung der Pflege zu beteiligen, sei bereits im November 2022 die Zusammensetzung des Gremiums Landespflegeausschuss (LPA) erweitert worden. Die Novellierung der Landespflegeausschussverordnung im August 2022 machte es möglich, dass erstmals neben Vertretenden der Kassen und Leistungserbringer auch die Vertretenden der pflegebedürftigen Menschen stimmberechtigte Mitglieder im LPA wurden. Er ist das zentrale Beratungsgremium für Fragen der Pflege nach dem elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) und das wichtigste pflegepolitische Gremium des Landes Berlin.
 
Unklar bleibt, wie die Berliner Senatsverwaltung Sozialplaner und Sozialplanerinnen in den Bezirken unterstützen möchte. Von der Fachabteilung Pflege heißt es lediglich, der neue Fachbereich werde ihnen Kenntnisse vermitteln, wie sie bedarfs- und zukunftsorientiert planen könnten.
 
Demografischer Wandel verläuft in Flächenländern anders als in Stadtstaaten 
 
Die demografischen Veränderungen in Deutschland werden regional unterschiedlich verlaufen. Einer Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamts zufolge (Stichtag 31. Dezember 2021), die im Dezember 2022 veröffentlicht wurde, wird die Zahl der Menschen im Alter von 67 Jahren und älter bis zum Jahr 2040 in den westdeutschen Flächenländern voraussichtlich einen Anstieg von 28 bis 35 Prozent erfahren, bevor sie sich auf einem stabilen Niveau einpendelt. Die ostdeutschen Flächenländer hingegen verzeichnen heute bereits eine deutlich ältere Bevölkerung. Hier wird die Zahl der 67-Jährigen und Älteren bis Ende der 2030er Jahre lediglich um 10 bis 17 Prozent zunehmen und sich danach wieder auf das Niveau von 2021 reduzieren.
 
 

Gebäude des Statistischen Bundesamts mit Sitz in Wiesbaden, Foto: Statistisches Bundesamt (Destatis)

 
 
In den Stadtstaaten dagegen wird die Zahl der Menschen ab 67 Jahren bis zum Jahr 2070 voraussichtlich kontinuierlich ansteigen. Bis zum Jahr 2070 könnte die Zahl dieser Altersgruppe um 57 bis 65 Prozent höher liegen als im Jahr 2021.
 
Pflegewissenschaftlerin Boguth ist wegen dieser demografischen Entwicklung der Meinung, Berlin benötige eine Pflegeberufekammer, um einen Überblick über das aktuell tätige Pflegepersonal zu bekommen und die Qualität der Pflege langfristig zu gewährleisten. Dieser Vorschlag ist auch Teil der Ergebnisse des Bürgerdialogs „Pflege 2030“.
 
Eine Pflegeberufekammer entsteht, wenn der Staat einen Teil seiner Regelungsaufgaben auf eine bestimmte Berufsgruppe, hier die Pflegefachkräfte überträgt (Selbstverwaltung). Für die Gründung einer solchen Kammer müssten sich alle Pflegefachpersonen mit staatlich anerkannter Ausbildung in Berlin zusammenschließen. Sie würden registriert und zahlten in der Regel nach Einkommen gestaffelte Mitgliedsbeiträge. Neben der Qualitätssicherung in der Pflege könnte eine solche Kammer auch die demokratische Meinungsbildung in den Pflegeberufen fördern.
 
Pflegesenatorin Czyborra (SPD): Pflegeberufekammer kann Pflege in ihrer Selbstvertretung stärken 
 
Die derzeitige Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Ina Czyborra (SPD) ist in Steglitz-Zehlendorf aufgewachsen. In diesem Bezirk, in dem der demografische Wandel bereits sichtbar ist, werden die Menschen im Durchschnitt sehr alt. Älter als in vielen anderen Bezirken. Der Grund besteht unter anderem darin, dass viele Einwohner in Wohlstand leben. Verkürzt könnte man sagen: Je wohlhabender, desto gesünder, desto älter werden die Menschen. Was das Thema Pflegeberufekammer betrifft, meint Czyborra, eine solche könne eine Möglichkeit sein, um die Pflege in ihrer Selbstvertretung zu stärken. Gleichzeitig ist sie aber nicht davon überzeugt, dass ein solches Vorhaben auf politischer Ebene Erfolg haben würde. Die mit einer Pflegekammer verbundenen verpflichtenden Beitragszahlungen sind einer von mehreren Gründen, die Czyborra in diesem Zusammenhang benennt: „Eine Pflegeberufekammer wird von vielen verschiedenen Seiten in Berlin abgelehnt, auch von Menschen in Pflegeberufen. Wenn man die Pflegenden fragt, ob sie eine Pflegekammer möchten, bejahen sie das zunächst. Wenn man dieselbe Gruppe dann aber fragt, ob sie Kammerbeiträge bezahlen würden, antworten viele von ihnen mit einem klaren Nein.“ Auch die Gewerkschaften seien massiv gegen eine Pflegeberufekammer, obwohl sie selbst die Pflege nicht immer im Fokus gehabt hätten, fügt sie ergänzend hinzu.
 
Czyborras mögliche Lösungen für den Pflegenotstand bestehen in der Hoffnung auf Zukunftsentwicklungen, die es (noch) nicht gibt. Vieles läge zudem nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich, sondern beim Bund. Sie setzt unter anderem auf das Thema Zuwanderung. Sie sagt: „Es gibt viele Menschen, die zu uns nach Deutschland kommen wollen, weil wir einen hohen Lebensstandard haben. Insofern müssen wir keine so große Angst davor haben, dass in einigen Jahren niemand mehr da ist, der uns pflegt, wenn wir eine vernünftige Zuwanderungs- und Qualifizierungspolitik führen.“ Czyborra hofft außerdem auf Medizinforschung und wünscht sich, dass diese weiter vorangetrieben wird, um die Multimorbidität, also das gleichzeitige Leiden eines Menschen an mehreren Krankheiten, zu verringern. Als Beispiele nennt sie das Ziel, sowohl präventiv als auch durch medikamentöse Behandlung Demenz und Diabetes heilen oder verhindern zu können. Ursachen dafür, dass schon jetzt der Bedarf an Pflegepersonal groß ist, sieht Czyborra in schlechten Strukturen im Gesundheitswesen. „Wir leisten uns unfassbar ineffektive Systeme. Deswegen machen wir jetzt Krankenhausreformen, um die Fachkräfte, die wir haben, optimal einzusetzen.“ Es sei im Moment ein extremer Druck im System, das „versäulte“ Gesundheitssystem mit seinen Sektoren der ambulanten und stationären Versorgung neu zu denken und aufzustellen, so Czyborra. Ausweichend antwortet die Senatorin auf die Frage nach konkreten Ansätzen in der Berliner Politik, um die langfristigen Folgen des demografischen Wandels abzufedern. Sie sagt: „Über gesetzliche Regelungen, wie zum Beispiel die Pflegekassen aufgestellt werden und wer welche Leistungen bezahlt, muss der Bund entscheiden. Erst dann können wir in Berlin solche gesetzlichen Rahmenbedingungen ausfüllen.“
 
 

Ina Czyborra von der SPD (links im Bild) sieht Handlungsbedarf wegen des demografischen Wandels, hofft aber auf die Fortschritte in der Medizinforschung

 
 
In Steglitz-Zehlendorf trotzt der Nachbarschaftsladen allen Widrigkeiten und bleibt vorerst Anlaufstelle für Ehrenamtliche und Menschen, die Kontakt suchen oder Hilfe im Alltag benötigen. Im Winter lädt heißer Kaffee auf dem Tisch vor dem Laden zum Innehalten ein, im Sommer stehen Wasser und andere Erfrischungen zur Verfügung. Wer nicht mag, muss nicht eintreten. Tassen oder Gläser gibt es „to go“, mit der Bitte, sie beim nächsten Vorbeigehen wieder dort abzustellen.
 
Angebote im Nachbarschaftsladen Steglitz 
 
Adresse: Berlinickestr.9, 12165 Berlin
Sprechzeiten: Jeden Montag 10-12 Uhr und Donnerstag 15-18 Uhr und nach Vereinbarung
 
Digitale Nachbarschaftshilfe 
 
Ansprechpartnerin: Selma Weigelt
Telefon: 030 27 97 98 96
E-Mail: weigelt@mittelhof.org
nachbarschaftshilfe@mittelhof.org
 
Analoge Nachbarschaftshilfe 
 
Ansprechpartnerin: Nina Karbe
Telefon: 030 27 97 97 27
E-Mail: karbe@mittelhof.org
nachbarschaftshilfe@mittelhof.org
 
Kontaktstelle PflegeEngagement 
 
Ansprechpartnerin: Susanne Baschinski
Telefon: 030 27 97 97 28
E-Mail: baschinski@mittelhof.org
 
 
 
Junia Greb-Georges 

 

  Hier geht es zum Interview mit Professorin Katja Boguth Hier lesen Sie den Kommentar zum Thema      

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Kunstausstellungen in Steglitz-Zehlendorf
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Kunstausstellungen in Steglitz-Zehlendorf

  [caption id="attachment_89286" align="aligncenter" width="620"] Kunst to go: Großformatige Acrylleinwände, leuchtende Aquarelle, ungewöhnliche Fotografien oder auch filigrane Papierobjekte - zwischen den täglichen Besorgungen kann man am ersten Freitag eines Monats Kunst im LIO genießen. | Foto: Ulrike Meyer[/caption]  

Malerei, Skulptur, Fotografie  – in Steglitz-Zehlendorf gibt es viele Anlässe und Orte für Kunstgenuss

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen Überblick über die künstlerische Vielfalt in unserem Bezirk geben. Die Reihenfolge der Auflistung entspricht der Reihenfolge in unserem Posteingang. Eine Wertung oder ein Ranking ist damit nicht verbunden. Neben Ausstellungen haben hier auch Kunst(handwerk)märkte ihren Platz. Fehlt etwas? Hinweise bitte an: redaktion@stadtrand-nachrichten.de Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte informieren Sie sich vor einem Besuch auf den Webseiten der Ausstellungsorte.

Ausstellungsort Landarbeiterhaus Kleinmachnow

Die Bronzeskulpturen von Susanne Kraisser beschwören in ihrer grazilen Harmonie die großen Vorbilder klassischer Bildhauerkunst. In wirkungsvollem Kontrast dazu stehen die poetisch-autobiografischen Bilder des Malers Georg Weise mit ihren gebrochenen Farben und rissigen Oberflächen. Vernissage am 30. August um 16 Uhr 30. August bis 27. September Die Ausstellung ist geöffnet samstags und sonntags von 14.00 -18.00 Uhr, Eintritt frei

The Gallery of Things

Was passiert, wenn ein ikonisches Gemälde plötzlich Klebeband braucht? Annette von Ulardt, bekannt als 'vonwunderfitz', stellt genau diese Frage – und beantwortet sie mit einem Augenzwinkern. In ihrer Fotografie-Serie rekonstruiert sie große Werke der Kunstgeschichte mit einfachsten Mitteln: Alltagsgegenstände, improvisierte Setups, viel Geduld und eine gehörige Portion Witz ersetzen, was einst Pinsel, Marmor oder Leinwand schufen. Was dabei entsteht, ist mehr als eine humorvolle Hommage an die Kunstgeschichte. Es ist eine Einladung: Schau nochmal hin. Entdecke das Vertraute neu. Lass dich überraschen von dem, was du zu kennen glaubst. Ihre Bilder spielen mit Erwartung und Auflösung, mit Ehrfurcht und Leichtigkeit – und sie tun das mit einer Wärme, die selten ist. Kunst, die zum Lachen bringt, ohne zu verharmlosen. Humor als kuratorische Haltung. IN ECHT JETZT?! ist eine Ausstellung über den kreativen Mut, das Große kleinzumachen – und dabei zu entdecken, wie viel Größe im Kleinen steckt. 15.8. - 24.8.2026

Galerie Creative Game

Kleine Schätze und große Namen der Kunst. Die Galerie Creative Game präsentiert mit der Ausstellung Sammlung Wagner kleine Schätze und große Namen der Kunst. Eine Sammlung, die von der langjährigen Kuratorin des Freiburger Kunstvereins, Helena Vetter, zusammengestellt und an Barbara Wagner vererbt wurde. Zu sehen ist eine außergewöhnliche Auswahl bedeutender Werke der Klassischen Moderne des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Ausstellung vereint charakteristische Arbeiten und eröffnet spannende Einblicke in künstlerische Handschriften. Besonderes Augenmerk liegt auf den kleinen Schätzen der Sammlung Wagner – ausgewählten Kunstwerken zu attraktiven Preisen. Vernissage Freitag, 14. August, 19 Uhr Öffnungszeiten Samstag/Sonntag: 15. - 16. August, 13 - 17 Uhr Samstag/Sonntag: 22. - 23. August, 13 - 17 Uhr Finissage Freitag, 21. August, 19 Uhr Live Music mit Myles Kooper *********************** Der Künstler Visuman, bürgerlich Jörg Tenbrock, gibt einen Einblick in sein Schaffen unter dem Motto: Eine kleine Reise durch das „Visuversum“. Gezeigt werden Werke aus der Vielfalt seiner Bilderserien. Der Fokus liegt unter anderem auf dem Spiel mit der Geometrie, gemäß seinem Leitspruch: Die Geometrie ist das Urbild der Schönheit der Welt. Vernissage Freitag, 28. August, 19 Uhr Öffnungszeiten Samstag/Sonntag: 29. - 30. August, 13 - 19 Uhr Samstag/Sonntag: 5. - 6. September, 13 - 19 Uhr Finissage und Künstlergespräch Freitag, 4. September, 19 Uhr Live Music mit Myles Kooper Galerie Creative Game Jägerstraße 12A 12209 Berlin-Lichterfelde

Ratswaage Lankwitz      

Im August: “Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele” mit Werken von Sabine Niekrentz. Die Midissage mit Musik findet am Samstag, den 15.08.2026 um 15:00 Uhr statt. Ein offener Sonntag in Anwesenheit der Künstlerin ist am 23.08.26 von 14:00 – 17:00 Uhr. Eintritt kostenlos. Infos: https://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/artikel.1526634.php

Museum Europäischer Kulturen

Poppige Farben auf goldenem Grund neben tiefschwarzer Brautkleidung: Donauschwäbische Trachten geben überraschende Einblicke in die einstigen Lebenswelten von Frauen und Mädchen.  Die Ausstellung schlägt Brücken zwischen Tradition und Moderne, Ideologie und Realität, einstigem und heutigem textilen Upcycling. Sie gibt Einblicke in das Leben von Donauschwäbinnen, die sich als Nachkommen deutschsprachiger Ausgewanderter vom späten 17. bis zum 19. Jahrhundert im Königreich Ungarn niederließen. Dort lebten sie als eine ethnische Gruppe unter vielen. 20 Kleiderensembles, zahlreiche Fotografien, Zeichnungen von Erna Piffl und weitere Objekte machen deutlich: Persönliche Erinnerungen sind in Textilien eingewebt, Lebensgeschichten untrennbar mit ihnen verbunden. Sie laden die Besucherinnen und Besucher ein, in europäische Geschichte(n) über Ankommen, Existenz, Abgrenzung und Integration, Ver- und Entwurzelung einzutauchen. Schwerer Stoff: Frauen – Trachten – Lebensgeschichten 24.04.2026 bis 29.03.2027 https://www.smb.museum/ausstellungen/detail/schwerer-stoff/  

Gutshaus Steglitz

Alberto Giacometti (1901–1966) zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Besonders sein einzigartiges und unverkennbares plastisches Werk ist von Weltrang: Seine gelängten, fragilen Figuren, die Köpfe und Büsten, über- und unterlebensgroß, scheinen sich im Raum zu verflüchtigen und doch treten sie uns mit einer ungeheuren Physis und Präsenz gegenüber. Das Zentrum der Ausstellung bilden vier Bronzen. Ihre Sujets sind exemplarisch für das Œuvre, dessen Motive sich zunehmend auf einige wenige reduzieren: Petit buste sur double socle (1940/41), Femme debout (um 1947), La Cage (première version) (1950) und Tête de Diego (um 1955). Sie werden begleitet von Malereien und Papierarbeiten, die Giacomettis Aus­einandersetzung mit der Figur und dem Raum erlebbar machen: Darstellungen von stehenden Frauen, gehenden Männern, von Köpfen, von Menschenmengen in den Straßen von Paris. Helmut Klewan (Jg. 1943) war von 1970 bis 1999 Galerist in seiner Heimatstadt Wien und später in München. Seither ist er Sammler. Er hat die umfangreichste Privatsammlung von Werken Alberto Giacomettis im deutschsprachigen Raum. Giacometti. Figur. Raum - Plastik, Malerei und Papierarbeiten aus der Sammlung Klewan ab 5. November Mo–So 10–18 Uhr Eintritt frei ****** Die Ausstellung Osage Orange der Künstlerinnen Antje Majewski und Jen Tiger erzählt anhand eines Baums, des Osagedorns, eine verflochtene Geschichte über indigene Kultur, Kolonisierung und Transformationen von Landnutzung. Ausgehend von der Faszination für die gelbgrün schimmernden Früchte der Maclura Pomifera, die sich im Herbst auch im nahe des Gutshauses gelegenen Botanischen Garten finden, entwickelte Antje Majewski ein rechercheintensives Langzeitprojekt mit einer Gruppe von Werken, welche die Osage Orange in unterschiedlichen Bedeutungszusammenhängen und Medien (Malerei, Video, Installation) in den Blick nehmen. Der Osagedorn führte Majewski in die Vergangenheit und in die USA, das Herkunftsland des Baums. Er ist nach der indigenen Osage Nation benannt, die das Holz des Baums besonders für den Bau von Jagdbögen schätzte. Videointerviews mit dem Osage-Ältesten Raymond Lasley, der heute noch Jagdbögen aus Osage-Holz herstellt, und dem Forstexperten Mark Bays öffnen ein Panorama aus Vertreibung, Siedlungsgeschichte, ökologischen Krisen und Wiederaufforstung. Jen Tiger untersucht seit Jahren die Geschichte der Zwangsassimilation der Osage in Kirchen- und Internatsschulen, in denen Kinder – darunter ihre eigenen Vorfahren – von ihren Familien getrennt und in die Wertewelt der weißen Siedlergesellschaft überführt werden sollten. In zahlreichen Archiven hat sie Fotografien, Dokumente und Berichte zusammengetragen und aus diesem Material eine dichte visuelle Sprache entwickelt, die Trauma und Widerstand gleichermaßen sichtbar macht. Antje Majewski & Jen Tiger – Osage Orange 29. Mai bis 18. Oktober 2026 Mo–So 10–18 Uhr, Eintritt frei Eröffnung: Donnerstag, 28. Mai 2026, 18.30 Uhr Gutshaus Steglitz Schloßstraße 48, 12165 Berlin    

Kunsthaus Dahlem

Das Kunsthaus Dahlem zeigt mit Jetztzeit – Layers of the Present die erste institutionelle Einzelausstellung von Gulnur Mukazhanova in Berlin. Die Künstlerin, deren Werk textile Arbeiten, Fotografie und installative Formate umfasst, entwickelt hierfür eine ortspezifische Installation, die sich – in Anlehnung an Walter Benjamins Begriff der »Jetztzeit« – mit der Frage auseinandersetzt, wie Vergangenheit unsere Gegenwart und unser Denken prägt. Gulnur Mukazhanova (*1984, Semipalatinsk, Kasachstan) lebt seit zwanzig Jahren in Berlin und zählt zu den bekanntesten Künstler:innen ihres Herkunftslandes. Ihre Arbeiten verbinden textile Traditionen Zentralasiens mit Ansätzen der Konzeptkunst und Abstraktion. Im Zentrum ihrer Praxis stehen Fragen von Erinnerung, Identität, Migration und kulturellem Wandel. Dabei arbeitet sie vor allem mit Filz – einem Material, das tief in nomadischen Handwerkstraditionen verwurzelt ist und das sie in raumgreifenden Installationen zu einem Träger von Geschichte, Körperlichkeit und kollektiver Erfahrung transformiert. 4.7. bis 4.10.2026 *********** Melanie Ender hat für ihre Ausstellung im ehemaligen Atelier von Arno Breker, dem führenden Monumentalbildhauer des Nationalsozialismus, feingliedrige, ortsspezifische Installationen konzipiert, die sich jedem Anspruch auf Dauerhaftigkeit widersetzen. Die Künstlerin untersucht, wie auf Stabilität und Kontrolle angelegte Strukturen im Laufe der Zeit ihre Offenheit für Transformation enthüllen. Gerade Linien verzerren sich, vermeintlich starre Metallstäbe balancieren in fragilen Situationen – Enders Arbeiten bleiben sensibel und reaktionsfähig für ihre Umgebung. Auf diese Weise entstehen Werke, die starre Ordnungen auflösen und Prozesse der Veränderung erfahrbar werden lassen. Melanie Ender (*1984, Wien) lebt und arbeitet überwiegend in Wien. Ihre skulpturale Praxis ist prozessorientiert und basiert auf einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Material als einem aktiven Gegenüber. Sowohl für die Ausstellung im Kunsthaus Dahlem als auch in ihren aktuellen Arbeiten beschäftigt sie sich verstärkt mit korrodiertem Stahl und Textilien. Mit oft nur minimalistischen Eingriffen macht sie das Potenzial dieser Materialien für Veränderung und Wandlung sichtbar. 4.7. bis 4.10.2026  

Brücke-Museum

Das Projekt Learning from … Nature denkt den klassischen Skulpturengarten neu. Auf dem großen Waldgrundstück, rund um das Brücke-Museum entsteht ein künstlerischer Naturlehrpfad. Zeitgleich zeigt das Museum eine Ausstellung, die das historische Streben der Brücke-Künstler nach einer Harmonie zwischen Mensch und Natur untersucht und damit die Beschäftigung von Learning from … Nature mit der Brücke-Kunst verbindet und vertieft. ab 5. Juli https://www.bruecke-museum.de/de/programm/ausstellungen/4196/learning-from-nature ******* Anfang des 20. Jahrhunderts verließen Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel die Städte, um in der Natur zu malen und zu leben. In ihren Gemälden, Zeichnungen, Druckgraphiken und Aquarellen feiern sie die Landschaft, das Lebendige, den menschlichen Körper, das dynamische Sein. Die Ausstellung thematisiert das Streben der Brücke-Künstler nach einer Harmonie zwischen Mensch und Natur. 5. Juli bis 25. Oktober https://www.bruecke-museum.de/de/programm/ausstellungen/4198/brcke-natur-natur-brcke ******
Das Brücke-Museum präsentiert die erste umfassende Schau zur Schwedischen Moderne in Deutschland. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf den Künstlergruppen De Unga [Die Jungen], De åtta [Die Acht] und den Göteborg-Koloristen. Wie die Brücke-Künstler wollten auch diese sich von festgefahrenen akademischen Traditionen lösen und neue künstlerische Wege beschreiten. Gezeigt werden Schlüsselwerke aus der Sammlung des Moderna Museet in Stockholm. Nachdem die Sammlung des Brücke-Museums 2024 in Stockholm zu sehen waren, präsentiert die Ausstellung Schwedische Moderne den zweiten Teil und kann so erstmalig Höhepunkte des Moderna Museets in Berlin zeigen. 7. November 2026 bis 28. Februar 2027 https://www.bruecke-museum.de/de/programm/ausstellungen/4208/schwedische-moderne
Brücke-Museum Bussardsteig 9 14195 Berlin

Haus am Waldsee

Zum 80-jährigen Jubiläum 2026 richtet das Haus den Blick zurück auf seine Anfangsjahre – auf den Wandel vom privaten Wohnhaus zum Ausstellungshaus, auf Brüche und Kontinuitäten der Nachkriegszeit und auf die Spuren, die diese Entwicklungen im Selbstverständnis der Institution hinterlassen haben. Ab dem 20. Februar feiert der Kunstort in der ehemaligen Industriellenvilla Haus Knobloch seinen Geburtstag mit diversen Ausstellungen. Die Übersicht: https://hausamwaldsee.de/vorschau/
 

Villa Liebermann

Im Sommer 2026 widmet sich die Liebermann-Villa am Wannsee in der vierten Ausstellung der Reihe IM FOKUS einem bislang wenig beachteten Aspekt im Werk Max Liebermanns: seinen Pastellen. Die Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Motive, wie sehr die Pastelltechnik Liebermanns Bildsprache prägte und welchen Rang diese Arbeiten in seinem Gesamtwerk einnehmen. Lesen Sie dazu auch die Ausstellungsempfehlung von Ulrike Meyer: https://stadtrand-nachrichten.de/liebermanns-pastelle-eine-welt-in-kreide/ 6. Juni bis 21. September 2026 Liebermann-Villa am Wannsee, Colomierstraße 3, 14109 Berlin, www.liebermann-villa.de  

Schwartzsche Villa

Die Einzelausstellung von Niina Lehtonen Braun beschäftigt sich mit dem weiblichen Körper und seinen Veränderungen, wie beispielsweise durch die Wechseljahre oder die Geburt und sogenannte Frauenkrankheiten. Bereits seit vielen Jahren erkundet Niina Lehtonen Braun in ihren Collagen und Gemälden die Frau als Teil einer Generationenkette, verschiedene Rollen des Frauseins und die damit verbundenen Erwartungen und Zuschreibungen. Die Ausstellung und das begleitende Kunstbuch ermöglichen durch die eigenen persönlichen Themen auch einen sensiblen Zugang für andere und ein Eintauchen in Fragen rund um den weiblichen Körper. Es entsteht ein dichtes Geflecht von Narrationen, Bildern und Assoziationen. Gefundene Materialien, Zeitungsausschnitte, Fotografien, ein Animationsfilm und Zeichnungen werden gemeinsam mit Malereien zu einem Ganzen verschmolzen, das ein vielschichtiges und berührendes Bild zeichnet, was es bedeutet, Frau, Freundin, Mutter oder Tochter zu sein. Niina Lehtonen Braun – My body is my studio Kulturhaus Schwartzsche Villa, Galerie 14. Mai bis 27. September 2026 Mo–So 10–18 Uhr, Eintritt frei

Bernhard Heiliger Stiftung

Derzeit keine Ausstellung bekannt, der Skulpturengarten zeigt Großskulpturen von Bernhard Heiliger: https://bernhard-heiliger-stiftung.de/werk/skulpturengarten/ Bernhard-Heiliger-Stiftung Käuzchensteig 8, 14195 Berlin https://bernhard-heiliger-stiftung.de/  

Kunst im LIO

Jeden ersten Freitag im Monat stellen fünf Künstler und Künstlerinnen im Einkauszentrum LIO am Kranoldplatz ihre Arbeit vor.  

Achim Freyer Stiftung

Der Maler, Graphiker und Theaterregisseur Achim Freyer ist auch ein begeisterter Kunstsammler. Seine Privatvilla in Lichterfelde beherbergt neben Werken namhafter Künstler auch Bilder und Objekte unbekannter Maler und Graphiker. Hier hängen sie dicht an dicht, mitunter buchstäblich bis unter die Decke. Ein Veranstaltungsprogramm aus Lesungen, Konzerten, Gesprächsrunden ergänzt dieses Angebot der Achim Freyer Stiftung, die als Träger des Kunsthauses fungiert. Eine Besichtigung der Dauerausstellung ist an Sonntagen nach Anmeldung mit einer Führung möglich. Achim Freyer Stiftung Kunsthaus im Kadettenweg 53, 12205 Berlin Besucherinformationen: https://www.achimfreyer.com/besucherinformationen/ https://www.achimfreyer.com/ Kurzfilm über Achim Freyer und sein Kunsthaus  

Schwartzsche Villa, Studio

Einst großbürgerlicher Sommersitz, heute Kulturhaus – die Schwartzsche Villa hat in den 125 Jahren ihres Bestehens viel erlebt. Mit Fotografien, Architekturzeichnungen und Reproduktionen von Originaldokumenten stellt die Ausstellung die Villa und die Bankiersfamilie Schwartz vor, die das Haus in den Jahren 1895–1897 erbauen ließ. Nachverfolgt werden zudem die wechselvolle Geschichte des Gebäudes nach 1945 und der hürdenreiche Weg zu seiner Nutzung als Kulturhaus. Die Villa Schwartz Dauerausstellung Mo–Fr 10–18 Uhr Eintritt frei Grunewaldstraße 55 12165 Berlin  

Galerie Wannsee

Eine ständige Ausstellung ausgewählter Werke von Johannes Niemeyer, Gerda Rotermund, Max Ziegert, Sandy Cheyne, Hans Stübner, Marina Schnurre u. a. finden Besucher im Kaminzimmer und im „Balkenzimmer“, dem ältesten und nach Aussagen der Historiker und Berliner Denkmalspfleger über 350 Jahre alten Raum des Hauses, der dem Hauseigentümer als Arbeitszimmer dient. Grüner Weg 29, 14109 Berlin Öffnung zu Veranstaltungen und nach Vereinbarung https://www.galerie-wannsee-verlag.de/      

Daniela von Treuenfels

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